Reviews
-
Jokerface – Jokerface
CD-Info: Die sechs Südtiroler Jokerface bestehen bereits seit 2004, wobei sie einige musikalische und personelle Transformationen durchlaufen haben. Heute frönen sie einer Kombination aus gediegenem, traditional Ska und verschiedenen modernen Spielarten des Ska und Reggae, ohne die Stilmixe zu überreizen. Ihre Ideen und Anreize bekamen sie von Bands wie Club 99 oder den The Slackers, die ebenso vom 60ies Ska und Reggae beeinflusst sind und auch mal einen Rocksteady-Sound raushauen oder den geschmeidigen Early Reggae spielen. Mit der gleichnamigen Scheibe „Jokerface“ haben sie nun zehn Stücke veröffentlicht, die eben auch eher nach traditionellem Ska und Reggae klingen und vom Keyboard mit klassischem Hammondorgelcharakter und einem Saxophon geprägt sind. Nicht spektakulär,…
-
The Busters – Straight Ahead
CD-Info: Wie jedes Jahr häufen sich die Veröffentlichungen vor der frohen Weihnacht, um verstärkt den Weg in den prallen Geschenkesack des Weihnachtsmanns zu finden. So auch bei den The Busters, die personelle Umbesetzungen deutlich schneller verkraften als der 1. FC Köln in der Fußballbundesliga. Wie ein schwerer Zug des Ska dampft die Lok voran „Straight Ahead“. Im 31. Jahr und mit dem 18. Album preschen die Profimusiker mit umfassenden 17 Stücken vor. Deutlich werden einige Songs durch Frontmann Richie Alexander geprägt, der den Rocksteady nicht nur in der Stimme, sondern auch auf dem Arm verewigt hat. So geht es öfters eher etwas seichter und bes(ch)wingt durch die geschmeidige und abwechslungsreiche…
-
The Prosecution – The Unfollowing
CD-Info: Die fetzige Platte erschien bereits im Sommer 2017. Manchmal brauchen Dinge ihre Zeit. Seit ich sie live im Kölner MTC gehört und gesehen habe ist die Zeit reif. „Abensberg ist eine Kleinstadt im nieder- bayerischen Landkreis Kelheim und liegt etwa 30 Kilometer südwestlich von Regens- burg, 40 Kilometer östlich von Ingolstadt, 50 Kilometer nordwestlich von Landshut und gut 100 Kilometer nördlich von München.* Da weisste Bescheid! Tut aber eigentlich auch nichts zur Sache. Die sieben jungen Musiker (fast ohne Vollbart) aus diesem besagten Abendsberg spielen einen sehr fetten Skapunk der Extraklasse. Seit ihrer Gründung 2002 veröffentlichten sie vier Alben, Letzteres mit dem Titel „The Unfollowing“, mit dem sie gerade…
-
Pablo Moses – The Itinuation
CD-Info: Die Reggae-Legende Pablo Moses feiert mit ihrem aktuellen Album „The Itinuation“ ein lang ersehntes und überaus gelungenes Comeback! Der in Jamaika geborene Roots-Sänger hat sich für sein neuestes Werk einen Mann ins Boot geholt, der maßgeblich für den Erfolg der Produktion beteiligt sein dürfte: Harrison Stafford, Leadsänger, Gitarrist und Mastermind der ausgezeichneten Band „Groundation“ war neben vier eigenen Kompositionen auch als Produzent beteiligt. Das Songwriting, die Arrangements sowie der Sound der elf Tracks sind überragend! Die Rhythmusgruppe sorgt für einen wohlig entspannten Groove, der immer wieder von traumhaften Bläserlinien und samtigen Backingvocals ergänzt wird. Darüber entfaltet sich die einzigartige und markante Stimme von Pablo Moses, die einen mit ihrer…
-
Jaya The Cat – A Good Day For The Damned
CD-Info: Einer der besten Musikvideos, die ich seit langer Zeit gesehen habe: „Sweet Eurotrash“. Witzig, spritzig, schrill, laut und voller Alkohol. Irish. Mit einem Augen- zwinkern wohl auch eines der authen- tischsten Videos der neuen Jaya- Geschichte. Das sind Jaya The Cat wie sie singen, leben, lieben, feiern und trinken! Ein perfekter Vorgeschmack auf die neue, spannende Akustikpräsentation. Jaya The Cat sind jetzt schon absoluter Kult und kaum aus der Festival- und Konzertwelt wegzudenken. Ursprünglich aus dem weit entfernten Boston, trinken sie nun reihenweise die Whiskeyflaschen und Heineken in ihrer Wahlheimat Amsterdam leer. So ist auch Song acht zu verstehen „Amsterdam“, ein Tribut an die neue Heimat. Dass bei einem…
-
Mellow Mark – Nomade
CD-Info: Mellow Mark veröffentlicht mit „Nomade“ sein mittlerweile achtes Album und scheint sich im Reggae wieder sehr wohl zu fühlen. Nach einigen musikalischen Ausflügen und dem bewussten Stilmix – sowohl im Tonstudio als auch live – wirkt seine Musik nun wieder etwas geradliniger. Bereits seit dem Vorgänger-Album „Roots & Flügel“ (2015) und der Zusammenarbeit mit der österreichischen Band House of Riddim ist deutlich geworden, dass der Reggae wieder im Vordergrund steht. Der „Nomade“ versteht es nach wie vor, die deutsche Sprache zum Rollen zu bringen, Reime gekonnt zu verschachteln und Wortspiele pointiert einzusetzen. Vielseitigkeit scheint noch immer ein wichtiger Bestandteil seines Schaffens zu sein. Mit House of Riddim hat er…
-
Bar Stool Preachers – Blatant Propaganda
CD-Info: Die Kombination aus südenglischem Kult-Brighton, vier markanten Musikern und Offbeat-Ska verweist darauf, dass es sich kaum um voluminöse, bläserbetonte Instrumentals handelt. Nee, nee, es wird fröhlich gemischt zwischen 2-Tone, Punkrock und etwas Reggae sowie Dub. Nicht ver-spielt, sondern gut und ehrlich gespielt. Nun befinden wir uns schon näher an den „Barhocker-Predigern“. Im englischen Original natürlich schicker „Bar Stool Preachers“. In den 13 Songs schwingt zwar immer auch der Offbeat mit, jedoch gibt es eine klare Punkrockansage. Song zwei „Bar Stool Preacher“ oder drei „Looking Lost“ erinnern da noch am meisten an die 2-Tone-Zeit der Endsiebziger rund um The Specials, The Selecter und etwas Madness. Aber eben mit einem schnellen,…
-
Johnny Reggae Rub Foundation – No Bam Bam
CD-Info: Es ist eine große Freude und wirkliche Ehre zugleich, das Debütalbum hören und rezensieren zu dürfen. So darf ich mich zu den lokalen Dudes zählen, die auch das kleinste Konzert in den Kölner Eckkneipen ebenso miterlebt hat, wie die großen Sessions zum Beispiel auf dem Freedom Sounds Festival. Sie haben sich ihren Erfolg regelrecht erarbeitet bzw. erspielt! Die drei absolut sympathischen Musiker stehen mit ganzer Kraft und Lust hinter ihrer Musik, die sie „Urban Ska & Dirty Reggae“ nennen. Ohne einen Höhenflug oder Starallüren zu bekommen, und diese könnten sie durchaus haben, veröffentlichen sie ihr Debütalbum „No Bam Bam“ ausschließlich als LP, mit der sie alle Erwartungen übertroffen haben.…
-
Puerto Hurraco Sisters – Goin‘ Out
CD-Info: Was sich zunächst anhört, wie eine spanische Girlband, ist etwas komplett anderes. Puerto Hurraco Sisters sind eine deutsche Produktion aus sieben klasse Musikern, die zur Hälfte aus den früheren, Wiesbadener Frau Doktor bestehen und sich Ska-Jazz auf die Fahnen geschrieben haben. Beim Bandnamen muss man wohl etwas ausholen. „Puerto Hurraco Sisters“ ist zugleich auch ein Instrumentalstück aus dem Album „Penner Superdisco“ aus 2002, den der Trompeter Thies Möller komponierte und dabei eigentlich an eine verruchte Bar mit selbigen Namen im Stadtteil „El Poblenou“ in Barcelona dachte, die sich nicht mal den mittleren Buchstaben „A“ von Bar leisten konnte ;-). Der Name der Location erinnert an ein Massaker in der…
-
Jamaram – Freedom Of Screech
CD-Info: „bunte Vielfalt und Lebensfreude“, so steht es im Pressetext und trifft es in der Tat recht gut. „Freedom Of Screech“ heißt das neue, siebte Album, der sehr umtriebigen Münchener, die bereits mehr als 2000 Shows gespielt haben. Respekt! Genau auf diesen zahlreichen Konzerten entstehen oft neue Stücke, die auch in dieser CD verarbeitet und präsentiert werden. In 16 Stücken führt die musikalische Reise durch die einzelnen Genres, wobei der Ska und Reggae erfreulicherweise auch wirklich durchgängig gespielt wird und nicht in Form von offbeatspielenden Bläsern, Bässen oder Synthys vermutet werden müssen, die sich kaum gegen heftige und lautstarke Gitarrenriffs durchsetzen, wie es bei manch anderer Band mit großer Stilvielfalt…





